Nach Mitternacht

Es ist der erste Exilroman von Irmgard Keun, der 1937 in Amsterdam erschien. Der Roman spielt an zwei Tagen in Frankfurt um das Jahr 1936 und veranschaulicht, wie die nationalsozialistischen Diktatur zunehmend das Leben und Denken der Menschen kontrolliert und die jüdische Bevölkerung diskriminiert und zur Emigration drängt. Die Erzählerin, die neunzehnjährige Susanne Moder, genannt Sanna, ist vor einem Jahr aus Köln zu ihrem siebzehn Jahre älteren Halbbruder Alois in dessen teure Wohnung in der Bockenheimer Landstraße gezogen. Sie hilft dessen Frau Liska im Haushalt und bei ihren kunstgewerblichen Arbeiten, die im in bester Gegend der Stadt liegenden Geschäft der Eltern ihrer Freundin Gerti verkauft werden. Sie begleitet die Schwägerin und Gerti z. B. ins Café am Roßmarkt oder beim Einkaufsbummel in der Goethestraße und auf der Zeil. Die beiden im Zentrum des Romans stehenden Tage in Frankfurt skizzieren die gesellschaftliche Situation. Höhepunkt im öffentlichen Bild der Stadt ist am ersten Tag der Romanhandlung der Auftritt Adolf Hitlers am Opernplatz, dem Sanna und Gerti vom Balkon des Cafés "Esplanade" aus zuschauen. Am nächsten Tag trifft Sanna ihre Lebensentscheidung und zieht damit die Folgerung aus den miterlebten Schicksalen. Nachdem ihr Freund Franz sich in Köln an einem Denunzianten gerächt hat und zu ihr geflohen ist, verlassen die beiden gemeinsam nach Mitternacht, „um ein Uhr nachts“, mit dem Zug Frankfurt nach Rotterdam.

Handlungsorte

»Bücher sind fliegende Teppiche
ins Reich der Phantasie.«

James Daniel

Buchdetails

Handlungsorte
Frankfurt am Main
Buchdaten
Titel: Nach Mitternacht
AutorIn: Keun, Irmgard
Kategorie: Roman / Erzählung von 1937
LeserIn: Günter H.
Eingabe: 10.06.2016


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