Nikolaikirche

Der Roman beleuchtet vor dem Hintergrund der Ereignisse, die 1989 zum Fall der Mauer und zum Ende der DDR führten, die Geschichte einer Leipziger Familie. Sie spiegelt im Kleinen die Konflikte und Entwicklungen eines ganzen Volkes wider. In den Mittelpunkt stellt Loest die Leipziger Familie Bacher und deren Schicksal bis zum Herbst 1989. Die politischen Ansichten der Bachers sind unterschiedlich, eine Situation, die immer häufiger zu internen Spannungen führt. Der hochdekorierte General der Volkspolizei, Albert Bacher, ist zu Beginn der Haupthandlung (1985) bereits ein Jahr tot, aber durch Rückblenden und Erinnerungen der Figuren ständig präsent. Die Witwe lebt in der schmerzlichen Erinnerung an einen mustergültigen Kommunisten, der durchaus verräterische Leichen im Keller hat, von denen die Familie nichts ahnt. Der Sohn Alexander tritt in die Fußstapfen des übermächtigen Vaters: Als Stasi-Hauptmann übt er sich, in der Hoffnung auf baldige Beförderung, mit der Observation von "Störern der staatlichen Ordnung". Seine Schwester Astrid hingegen ist Architektin beim Leipziger Bauamt und beschließt, städtebauliche Unzulänglichkeiten nicht länger zu decken. Bis dato konform, stellt sie nun kritische Fragen, ohne dass Kollegen unmittelbaren Widerstand vermuten. Bei einem Sanatoriumsaufenthalt knüpft sie erste Kontakte zum Umfeld der Leipziger Nikolaikirche, dem Zentrum des geistigen Widerstands. Anhand der Personenkonstellationen aus Aufrührern und Angepassten, Helden und Nichthelden schildert Loest den hoffnungslosen Niedergang einer Stadt und schließlich den jämmerlichen Zusammenbruch der DDR.

Handlungsorte

»Bücher sind fliegende Teppiche
ins Reich der Phantasie.«

James Daniel

Buchdetails

Handlungsorte
Leipzig, Berlin
Buchdaten
Titel: Nikolaikirche
AutorIn: Loest, Erich
Kategorie: Roman / Erzählung von 1997
LeserIn: Günter H.
Eingabe: 09.05.2015


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