Ich liebte einen Russen

Der Roman ist während eines Studienaufenthalts auf Schloss Wiepersdorf entstanden ist. Tagebuchartige Skizzen während eines dortigen Schriftstellerstipendiums sind verwoben mit den nachträglichen Erinnerungen und Gedanken der erwachsenen Frau über eine eher traurige und von Sehnsucht erfüllte Kindheit im Estland der 50er Jahre. Die dreizehnjährige Ich-Erzählerin, die ohne den von der Mutter verleugneten Vater aufwachsen muss, verliebt sich in einen fast dreißig Jahre älteren russischen Röntgen-Arzt und findet Erfüllung, als dieser schließlich ihre erotische Liebe erwidert. Dennoch verrät sie ihn am Ende des Buches, und die von der Öffentlichkeit unverstandene Beziehung endet mit der Selbsttötung desjenigen, der in Wirklichkeit mehr Verführter als Verführer war. Liebe und Zuneigung der beiden Protagonisten zueinander werden trotz des Altersunterschiedes als ganz natürlich geschildert und ohne dass die eigentlich Betroffenen diesen als störend wahrzunehmen scheinen. Erst die Umwelt reagiert schockiert, ohne eigentliches Verständnis für das Innenleben der beiden. Trotzdem ist die Erzählung bei weitem kein Lolita-Roman, der russische Arzt kein pädophil veranlagter Kinderschänder und die Beziehung frei von jeder zerstörerischen Dominanz. Immer wieder flechtet die Autorin kleine politische Episoden in ihren sehr persönlich geschriebenen Bericht ein. Der Roman ist trotz des tragischen Endes ein Plädoyer für Verständnis und Toleranz zwischen Esten und Russen.

Handlungsorte

»Heimat entdeckt man erst in der Fremde.«
Siegfried Lenz

Buchdetails

Handlungsorte
Wiepersdorf, Estland (allg.)
Buchdaten
Titel: Ich liebte einen Russen
AutorIn: Berg, Maimu
Kategorie: Roman / Erzählung von 1998
LeserIn: Günter H.
Eingabe: 02.11.2015


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