Philosophie
UNSER EIGENES BILD VON DER WELT
„Kein Schiff trägt uns besser in ferne Länder als ein Buch.“, sagte Emily Dickinson, denn literarische Texte beschreiben fast immer Handlungsorte. Viele dieser Orte sind den Lesern ein Begriff, und sie vergessen die Städte, Dörfer, Berge oder Seen ihr Leben lang nicht. An andere erinnern sie sich kaum.
Am Anfang steht aber der Schriftsteller. Er kann sich gezielt die Kulissen suchen, die er zum Erzählen benötigt – ja, er hat die freie Wahl. Handlung & Orte gehen dabei oftmals eine magische Symbiose ein. Die literarischen Orts- und Landschaftsbeschreibungen verankern die Fiktion an reale Orte - sie werden charakterisiert. Und sie zeigen ein anderes Bild von der Welt als ein Atlas mit seinen beschränkten Möglichkeiten, subjektive Welten darzustellen. Der Weltatlas zeigt uns nicht die Orte des Vergnügens, der Sehnsucht oder der Trauer.
Die durch Literatur aufgenommenen ortsbezogenen Informationen verschmelzen mit den eigenen Erfahrungen und anderen Informationen, maßgeblich aus den Medien. So entsteht die Mental-Map, eine geistige Landkarte. Diese Karte zeichnet unser eigenes Bild von der Welt. Sie ermöglicht es uns, Raumwissen zu speichern und uns zu orientieren. In ihr legen wir neue Informationen ab und sie hilft uns, Entscheidungen zu treffen, z.B. welchen Ort wir meiden müssen und wie wir den Ort finden können, wo wir am besten leben, ein neues Geschäft eröffnen oder unseren Urlaub verbringen wollen. Diese mentale Karte in unseren Köpfen wird auch beim Lesen von Literatur verändert.
Im Februar 2004 entstand die Idee, die Handlungsorte der Literatur auf einer Weltkarte einzuzeichnen. Daraus wurde der Atlas für Handlungsreisen.de - ein Kartenwerk der Literatur, gespeist von zahlreichen Leserinnen und Lesern. Mit seiner Hilfe lässt sich das Wechselspiel zwischen Orten und Literatur entdecken.
Zum Thema Literatur & Orte führe ich Interviews mit Autorinnen und Autoren sowie Verlegern und anderen Akteuren aus der Bücherwelt. Durch die Gespräche werden die vielfältigen persönlichen Verbindungen zwischen den Literaten und ihren Orten als Kulisse für Fiktion beleuchtet. Denn, so sagte Cornelia Funke in einem Interview für handlungsreisen.de: „Für mich ist das fast so, als wenn der Ort meine Leinwand ist. Der Maler kann nicht ohne Leinwand malen und die Farben einfach in die Luft pinseln, und genauso brauche ich immer einen geographischen Ort, um dort meine Geschichte spielen zu lassen.“
Jens Nommel, 25. September 2007
UNSER EIGENES BILD VON DER WELT
„Kein Schiff trägt uns besser in ferne Länder als ein Buch.“, sagte Emily Dickinson, denn literarische Texte beschreiben fast immer Handlungsorte. Viele dieser Orte sind den Lesern ein Begriff, und sie vergessen die Städte, Dörfer, Berge oder Seen ihr Leben lang nicht. An andere erinnern sie sich kaum.
Am Anfang steht aber der Schriftsteller. Er kann sich gezielt die Kulissen suchen, die er zum Erzählen benötigt – ja, er hat die freie Wahl. Handlung & Orte gehen dabei oftmals eine magische Symbiose ein. Die literarischen Orts- und Landschaftsbeschreibungen verankern die Fiktion an reale Orte - sie werden charakterisiert. Und sie zeigen ein anderes Bild von der Welt als ein Atlas mit seinen beschränkten Möglichkeiten, subjektive Welten darzustellen. Der Weltatlas zeigt uns nicht die Orte des Vergnügens, der Sehnsucht oder der Trauer.
Die durch Literatur aufgenommenen ortsbezogenen Informationen verschmelzen mit den eigenen Erfahrungen und anderen Informationen, maßgeblich aus den Medien. So entsteht die Mental-Map, eine geistige Landkarte. Diese Karte zeichnet unser eigenes Bild von der Welt. Sie ermöglicht es uns, Raumwissen zu speichern und uns zu orientieren. In ihr legen wir neue Informationen ab und sie hilft uns, Entscheidungen zu treffen, z.B. welchen Ort wir meiden müssen und wie wir den Ort finden können, wo wir am besten leben, ein neues Geschäft eröffnen oder unseren Urlaub verbringen wollen. Diese mentale Karte in unseren Köpfen wird auch beim Lesen von Literatur verändert.
Im Februar 2004 entstand die Idee, die Handlungsorte der Literatur auf einer Weltkarte einzuzeichnen. Daraus wurde der Atlas für Handlungsreisen.de - ein Kartenwerk der Literatur, gespeist von zahlreichen Leserinnen und Lesern. Mit seiner Hilfe lässt sich das Wechselspiel zwischen Orten und Literatur entdecken.
Zum Thema Literatur & Orte führe ich Interviews mit Autorinnen und Autoren sowie Verlegern und anderen Akteuren aus der Bücherwelt. Durch die Gespräche werden die vielfältigen persönlichen Verbindungen zwischen den Literaten und ihren Orten als Kulisse für Fiktion beleuchtet. Denn, so sagte Cornelia Funke in einem Interview für handlungsreisen.de: „Für mich ist das fast so, als wenn der Ort meine Leinwand ist. Der Maler kann nicht ohne Leinwand malen und die Farben einfach in die Luft pinseln, und genauso brauche ich immer einen geographischen Ort, um dort meine Geschichte spielen zu lassen.“
Jens Nommel, 25. September 2007