Ich ging durchs Feuer und brannte nicht

Die Originalausgabe erschien 2000 unter dem Titel: "The Nazi Officers Wife: How One Jewish Woman Survived the Holocaust", eine erste deutsche Ausgabe ebenfalls 2000. Die Autorin erzählt ihr Leben, das eigentlich alles übersteigt, was ein Mensch ertragen kann. Die Jüdin Edith Hahn ist eine junge Studentin in Wien, als die Nazis 1938 auch dort die Macht ergreifen. Sie erlebt den Anschluss Österreichs und wie nun die Nazi-Ideologie auch für das Wiener Judentum durchschlägt. Edith darf nicht promovieren, ihre Schwester reist nach einer Lösegeldzahlung aus, die Mutter wird 1942 nach Polen deportiert - in ein Vernichtungslager, erfährt man später. Während eines Zwangsarbeitseinsatzes gelangt Edith zu falschen Papieren. Sie lernt Werner Vetter, Maler und NSDAP-Mitglied, kennen und lieben und gesteht ihm ihre Herkunft. Er heiratet sie dennoch, sie ziehen nach Brandenburg. Von nun an geht Edith alias Margarethe Vetter "durchs Feuer ohne zu brennen" (in Anspielung auf Dantes Göttliche Komödie). Beklemmend dabei die Schilderung von zwei Personen in einer: Nach außen ist Edith die "deutsche Hausfrau", die einem Nazi ein "arisches" Kind schenkt, nach innen die Jüdin, die einen baldigen Sieg der Alliierten herbeiwünscht. Hier habe sie sich Erich Kästners "innere Emigration" zu Eigen gemacht. Margarethe, nach Kriegsende wieder Edith Hahn und geschieden, gerät bald in Konflikt mit der sowjetischen Militäradministration. Sie zieht nach England, wo sie einen Wiener Juden heiratet, und nach dessen Tod nach Israel. Während die Holocaust-Erinnerungsliteratur sonst gelegentlich zu Extremen neigt, ist es Hahn Beers Anliegen, weitgehend ehrlich und gerecht zu bleiben, ohne jedoch zu beschönigen. Der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung stand in Einklang mit den Ansichten und Zielen der Nazis, bleibt ihr Fazit. Klappentext: "Eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer Zeit, in der die Menschen sich - mit tödlicher Konsequenz - entscheiden mussten: Für Liebe oder Verrat, Freundschaft oder Feigheit, Hilfsbereitschaft oder Gleichgültigkeit. Edith Hahn Beers Lebensgeschichte lässt uns einmal mehr verstehen, was Leben 1933-1945 in Deutschland bedeutete. Die Jüdin Edith Hahn Beer ist eine junge begabte Studentin in Wien, als die Nazis 1938 auch dort die Macht ergreifen. Der Mann, den Edith über alles liebt, wird ihr zum Verhängnis. Der Mann, der sie hassen müsste, weil er überzeugter Nazi ist, rettet ihr das Leben: er verliebt sich in sie und heiratet sie - in vollem Bewusstsein ihrer Identität."

Handlungsorte

»Man vertraut einer Landschaft wie einem Freund.«
Thomas Hettche

Buchdetails

Handlungsorte
Wien, Stockerau, Brandenburg an der Havel, München, Berlin, London, Netanya
Buchdaten
Titel: Ich ging durchs Feuer und brannte nicht
Kategorie: Erinnerungen / Tagebuch von 2000
LeserIn: Günter H.
Eingabe: 17.01.2016


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