Der Pojaz

Sender Kurländer wächst als Waise bei einer Stiefmutter in einem galizischen Dorf auf. Die Einwohner gehören zu einer streng chassidisch-orthodoxen Gemeinde, in der der fanatische Rabbi das Sagen hat. Deutsch lesen und schreiben sind sündhaft und verboten, die Kinder werden von ihren Eltern verheiratet, alles irgendwie nicht-Jüdische ist verpönt. Senders Vater war ein in Galizien bekannter "Schorrer", der in den Dörfern als Unterhalter vagabundierte. Sender hat das Talent geerbt und wird im Dorf der "Pojaz" genannt (nach "Bajazzo"). Als Sender in der Stadt einmal eine Theater-Aufführung vom "Kaufmann von Venedig" sieht, regt sich sein geerbtes "Schnorrer"-Blut. Er will unbedingt Schauspieler werden. Heimlich lernt er bei einem österreichischen Soldaten Lesen und Schreiben und bei einem christlichen Mönch Deutsch, und heimlich liest er in der Kloster-Bibliothek deutsche Dramen. Es kommt auf, die Gemeinde ist empört, der Rabbi verflucht ihn. Sender flieht, schneidet sich Bart und Wangenlöckchen ab und wird ein sog. "Deutsch", ein aufgeklärter westlicher Jude. Er wird aber krank, bevor er das Theater in Czernowitz erreicht, für das er als begabter Schauspieler spielen soll. Die Stiefmutter hatte die Polizei hinter ihm hergeschickt und holt ihn zurück. Er ist todkrank, deshalb und weil er seine Mutter vor einem Wahnsinnigen schützt, wird ihm verziehen. Er darf sogar in Lemberg eine Theateraufführung mit einem berühmten Schauspieler sehen. und man läßt ihn im Glauben, er dürfe nach seiner Genesung Schauspieler werden. So stirbt er recht glücklich in seinem Dorf.

Handlungsorte

»Heimat entdeckt man erst in der Fremde.«
Siegfried Lenz

Buchdetails

Handlungsorte
Czortkow, Czernowitz, Kowno, Lwiw (Lemberg), Galizien (allg.)
Buchdaten
Titel: Der Pojaz
Kategorie: Roman / Erzählung von 1905
Eingabe: 07.03.2018


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