Das wilde Kind

Im Jahr 1797 wurde von Holzfällern und einem Schmied im Gebiet Languedoc/Südfrankreich ein "wildes Kind" mit Gewalt eingefangen. Der total verwahrloste und völlig nackte ungefähr 5 Jahre alte Junge wurde von seiner Stiefmutter in den Wald verschleppt und mit dem Vorsatz der Tötung durch einen Schnitt in die Kehle liegengelassen. Er ernährte sich von allem, was der Wald bot. Er wurde immer "naturgetreuer" und Hitze und Kälte konnten ihm nichts anhaben. Er wurde ins Dorf gebracht und entwischte abermals für 2 Jahre seinen "Jägern". Im Winter des Jahres 1799, der sehr hart zum Überleben in der Natur war, näherte sich der "wilde Nackte" der Hütte des Färbers in Saint-Sernin. Mit viel Verständnis lockte der allein lebende Mann ihn in seine Hütte, bot ihm Wasser und Haferbrei an. Der Färber machte dem Distriktleiter des Dorfes eine Meldung und der Junge wurde ins Dorf gebracht und in seine Wohnung eingesperrt und mit Nahrung und Kleidung versorgt. Nach einiger Zeit wurde er in ein Waisenhaus für Taubstumme nach Paris verbracht. Dort sollte er die Sprache lernen und für den Alltag vorbereitet werden. Der junge Arzt Itard und das Hausmeisterehepaar der Schule waren sehr bemüht um Viktor. Es gab viele Höhen und Tiefen und mit Hilfe des Lehrers und mit viel Geduld fanden dann doch immer wieder kleine Veränderungen statt und er konnte auch am Leben der Gesellschaft teilnehmen.. Der Autor beschreibt das Leben von Viktor sehr eindringlich und mit viel Gefühl, sodaß man eine große Vorstellungskraft entwickeln kann und sich gut in die verlorene Freiheit des Jungen einfühlen kann. Das Buch war ein Lesegenuß für mich, trotz des schwierigen und emotionalen Themas und des unerwarteten schnellen Buchendes. Ich habe es mit viel Spannung gelesen.

Handlungsorte

»Landschaft wird erst schön, wenn
Dichter sie beschreiben.«

Marcel Reich-Ranicki

Buchdetails

Handlungsorte
Paris, Frankreich (allg.), Languedoc, Lacaune, Saint-Sernin
Buchdaten
Titel: Das wilde Kind
AutorIn: Boyle, T.C.
Kategorie: Roman / Erzählung von 2010
LeserIn: Leserin
Eingabe: 29.03.2010
Kurzbeschreibung
Ein Mensch? Ein Tier? Oder irgendetwas dazwischen? Neben Kaspar Hauser war Victor von Aveyron der berühmteste Fall eines "Wolfskinds". Eine nackte Kreatur, die sich, in Südfrankreich von Jägern entdeckt, auf einem Baum versteckt. Er kann nicht sprechen, isst Nüsse und Wurzeln und verabscheut gekochte Speisen. Ist sein merkwürdiges Verhalten kulturell oder biologisch bedingt? Ist der Mensch - frei nach Rousseau - von Natur aus gut, oder prägt erst die Erziehung sein Wesen? Boyle, der in den USA lebende Autor, hat sich des Falles Victor von Aveyron angenommen. In seinem zutiefst ergreifenden Porträt eines Wolfskindes geht er der subtilen Grenze nach, an der sich entscheidet, wer Mensch und wer Tier ist.


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