Der Bademeister

Berlin, Prenzlauer Berg. Ein Schwimmbad ist geschlossen worden, aber durch die Gänge streift ruhelos noch immer ein Mann, der dort sein ganzes Berufsleben verbracht hat: Hugo, der ehemalige Bademeister. Von einem Tag auf den anderen arbeitslos geworden, kann er nicht begreifen, dass nun alles zu Ende sein soll. Nach und nach fügen sich Hugos Erinnerungen zu einem Bild – von sich, seinem Vater und der Geschichte des Bades, das im Nationalsozialismus zu Zwecken benutzt wurde, über die niemand zu sprechen wagte...

Handlungsorte

»Landschaft wird erst schön, wenn
Dichter sie beschreiben.«

Marcel Reich-Ranicki

Buchdetails

Handlungsorte
Berlin
Buchdaten
Titel: Der Bademeister
Kategorie: Roman / Erzählung von 2012
LeserIn: Günter H.
Eingabe: 18.08.2015
Kurzbeschreibung
Hugo ist ein Spezialist in Sachen Verdrängung. Nicht nur, dass er als Bademeister tagtäglich die Menschen lauwarmes Wasser vor sich her schieben sieht: Auch mit den grausamen Traditionen seiner eigenen (harmlosen) Karriere will er sich nicht recht auseinandersetzen. Sein Vater nämlich ist ebenfalls "Aufseher" gewesen, aber "anderswo". Da hat er fleißig mitgewirkt am Untergang des Abendlands. Nun sitzt sein Sohn seit 40 Jahren in einem heruntergekommenen Schwimmbad, rettet Gäste vorm Untergehen - und sorgt dafür, dass von früher nichts an die gut gechlorte Oberfläche dringt: Denn "keiner kann mich zwingen, eine Geschichte und eine Vergangenheit zu haben".

In ihrem bravourösen Erzähldebüt Der Bademeister entwirft Katharina Hacker das teils lakonische, teils auch komische, immer aber präzise Porträt eines traurigen Lebensretters, der im blau gekachelten Aquarium zwischen Schuldverdrängung und -zuweisung immer wieder arg ins Schwimmen kommt. Unbedingt lesen. --Thomas Köster



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