Ich dich auch nicht

Allerdings: mit einer Geschichte vom Erwachsenwerden erfindet Sacha Sperling das Rad nun nicht gerade neu. Gepriesen als "Der Fänger im Roggen unserer Zeit" lässt mich dieses Buch mit gemischten Gefühlen zurück. Es ist schnell gelesen, Sperlings Sprache zweckmäßig, karg, das Tempo zügig - doch nach der Lektüre bleibt rein gar nichts zurück: kein gewachsener Protagonist, keine gelösten Konflikte, keine Aussichten auf Entwicklung, kein Gefühl der Befriedigung, der Zufriedenheit. Sperlings Debüt verursachte in Frankreich bei Erscheinen einigen Aufruhr, gilt als einer der Skandalromane unserer Zeit. Und genau das spürt man auch in jedem Satz: das Bemühen des Autors, so provokant wie möglich zu sein, ein Rauhbein zu sein, das große Gefühle von Liebe und Freundschaft im Buch nicht zulässt. Diese aufgesetzte Rebellion,die grimmige Entschlossenheit, die dem gesamten Text anhaftet, ist bald ziemlich anstrengend. Schonungslosigkeit führt nicht zwangsläufig zu einem guten Buch. Was bleibt, ist ein weiterer eher mittelmäßiger Coming-of-Age-Roman, fernab den wahren Perlen des Genres wie "Tschick", "The Perks of being a Wallflower", und "Der Fänger im Roggen".

Handlungsorte

»Man vertraut einer Landschaft wie einem Freund.«
Thomas Hettche

Buchdetails

Handlungsorte
Paris
Buchdaten
Titel: Ich dich auch nicht
Kategorie: Roman / Erzählung von 2011
LeserIn: books4life
Eingabe: 13.10.2015


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