Kalter Krieg kriegt kalte Füße

Ein Wende-Roman, der die Geschichte dreier Jugendlicher im Berlin der 80er Jahre erzählt. Sehr tiefgründig, aber auch mit sehr aktuellem Bezug. Mich hat selten eine Geschichte über die damalige Zeit so in ihren Bann gezogen, wie diese. Und: Taschentücher nicht vergessen. Ich selbst war extrem betroffen ...

Handlungsorte

»Man vertraut einer Landschaft wie einem Freund.«
Thomas Hettche

Buchdetails

Handlungsorte
Berlin, Ostdeutschland (allg.), Berlin
Buchdaten
Titel: Kalter Krieg kriegt kalte Füße
Kategorie: Roman / Erzählung von 2015
LeserIn: Olivia
Eingabe: 17.01.2016
Kurzbeschreibung

Tiefgründiger Wende-Roman über die Sehnsucht nach Freiheit, Anerkennung und Liebe


Christian, Thorsten und Cordula wachsen im ummauerten Westberlin der 1970er und 1980er Jahre auf. An der Frontlinie des Kalten Krieges. Sie fackeln Spielplätze ab. Engagieren sich in der Friedensbewegung. Stellen RAF- Entführungen nach. Besetzen Häuser und müssen bei alledem feststellen, dass die Mauern nicht nur um ihre Heimatstadt gezogen sind, sondern auch zwischen ihnen und ihren Eltern, Lehrern und Freunden stehen. Werden die drei jungen Leute Wege finden, ihre Grenzen zu sprengen? Wie gehen sie mit ihren Konflikten um? Wie sieht ihre ganz persönliche Entspannungspolitik aus? Als ein Mädchen aus Ostberlin zu ihnen stößt, nähert sich der Kalte Krieg völlig überraschend seinem Ende.

Dieses Buch ist nur scheinbar die Dokumentation einer vergangenen Epoche. Fünfundzwanzig Jahre nach dem Fall des eisernen Vorhangs toben auf der Erde mehr Kriege denn je. Die großen Mächte haben noch immer keine einheitliche Sprache gefunden, um ihre Interessen gemeinsam durchzusetzen. Sie sind weit davon entfernt, das Gemeinsame, das Miteinander zu fördern. Nicht Integration und offene Arme sind vorherrschend, sondern Abgrenzung. Mauern werden erneut hochgezogen. Stacheldraht wird als Abschirmung verlegt. Einst durch gegenseitige Abkommen geöffnete Grenzen werden wieder kontrolliert. Es geht nicht voran, sondern zurück. Vor diesem Hintergrund versteht sich der Roman als eine humanistische Friedensbotschaft. Wie selbstverständlich ist das denn?

KALTER KRIEG KRIEGT KALTE FÜßE ist eine so-könnte-es-gewesen-sein-ja-so-war-es Geschichte. Wenn du dich emotional berühren lassen möchtest, dabei auch das Augenzwinkern und eine facettenreiche Ironie liebst, dann lade zum Buch noch eine Packung Taschentücher in deinen Amazon- Warenkorb!

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LESEPROBE

Was den braunen Mitläufern ihre Gelenkentzündungen, war den pädagogisch wertvoll Geschulten der Tennisarm. Dieser Sport mit seiner mitlaufenden Kleiderordnung fand statt in unschuldigem Weiß. Eine Farbe, mit der Referendare ihr reines Gewissen veräußerten. Sie trugen diese hinein in den Schulalltag. Vor allem die frottierten Socken machten das Rennen. Schweißfüße bei der Arbeit waren Vergangenheit. Dazu ein Turnschuh mit Klettverschluss oder eine luftige Sandalette. Schon kamen sie ihren Schülern nah.

Einer von ihnen machte einen groben Fehler. In seinem Bedürfnis, die Schüler auf seine Seite zu ziehen. Er hatte sie nichtsahnend zu sich nach Hause eingeladen. Niemand im Klassenverbund schlug diese Einladung aus. Alle waren neugierig, wie so ein Lehrerzimmer doch privat aussehen möge, und stiefelten geschlossen an. Besichtigten letztendlich drei Lehrerzimmer. Abgehend von einem Flur. Homogen verteilten sich die Schüler auf den verfügbaren Raum. Inspizierten Schränke mit Stapeln weißer Socken. Fanden im Nachttisch gefühlsechte Kondome. Der Playboy nebenan verlustierte sich noch aufgeschlagen. Manche Seiten waren verklebt.

In seinem grenzenlosen Wunsch nach gefühlsechter Pädagogik kam der Referendar aus dem Lächeln nicht heraus. Antiautorität bedeutete nun einmal zuzulassen, was zuzulassen war. Was selbständig einforderte, zugelassen zu werden. Grenzen gab es schon genug in Berlin. Sie mussten nicht auch noch in die Lehrerwohnung getragen werden. Waren genauso fehl am Platze, wie die anfängliche Ordnung an diesem einladenden Ort.
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MEHR ZUM ROMAN

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