Der Mann ohne Eigenschaften

er Roman spielt im Vorkriegs-Österreich, der königlich-kaiserlichen Monarchie, die Musil Kakanien nennt. (Der erfundene Name erinnert übrigens auch an griechisch "kakós" = schlecht, untauglich.) Er beschreibt Kakanien so: Dies war ein "Staat, der sich selbst irgendwie nur noch mitmachte, man war negativ frei darin, ständig im Gefühl der unzureichenden Gründe der eigenen Existenz". Eben deshalb ist Kakanien in doppeltem Sinne der "fortgeschrittenste Staat": Weil hier nämlich, in einem "besonders deutlichen Fall der modernen Welt", die Auflösung der Wirklichkeit am weitesten fortgeschritten ist, kann sich hier auch am ehesten ein schöpferischer "Möglichkeitssinn" entfalten, der die Wirklichkeit "als Aufgabe und Erfindung behandelt". - Im Zentrum des 1. Buches steht die sogenannte "Parallelaktion". Unter diesem Decknamen verbergen sich die Vorbereitungen hochgestellter Persönlichkeiten, die das für 1918 zu erwartende 70-jährige Regierungsjubiläum des "Friedenskaisers" Franz Josef gegenüber dem gleichzeitigen bloß 30-jährigen Kaiser Wilhelms II. zum Ausdruck bringen wollen. Ohne dass sie es selbst bemerkten, werden all ihre scheinbar nur komischen Bemühungen um eine "erlösende Idee" in den begeistert begrüßten Ausbruch des Weltkrieges 1914 münden. Und das geplante "Weltösterreichjahr" 1918 wird sich ironischerweise als das des Zusammenbruchs beider Monarchien erweisen. Zitat aus Vortrag von Dr. Christoph Hönig,gehalten bei der Humboldtgesellschaft, Berlin. http://www.humboldtgesellschaft.de/inhalt.php?name=musil

Handlungsorte

»Umwege erweitern die Ortskenntnis.«
Kurt Tucholsky

Buchdetails

Handlungsorte
Wien
Buchdaten
Titel: Der Mann ohne Eigenschaften
AutorIn: Musil, Robert
Kategorie: Roman / Erzählung von 1930
LeserIn: Anonymus
Eingabe: 04.04.2006


Dieses Buch wurde 1527 mal aufgerufen.
» zurück zur Ergebnisliste