Die Ballade vom Schneien

Im dritten Buch der sog. „Amrainer Tetralogie“ verbringt Baur im Krankenhaus von Amrain (= Niederbipp) im Gespräch mit seinem Freund Bindschädler die letzten Stunden seines Lebens. Während sich Baur in dieser Novembernacht Erinnerungen und Assoziationen hingibt, über Robert Walsers Text „Tiefer Winter“ sinniert, Figuren aus Tolstois „Krieg und Frieden“ präsent werden lässt, von Schostakowitschs Vierter Symphonie spricht und beide ihren Blick immer wieder auf Gemälde von Caspar David Friedrich und Vendig lenken, legt sich langsam eine Schneedecke über Dorf und Landschaft. In einem langen nächtlichen Gespräch erzählt er, euphorisiert von starken Schmerzmitteln, aus seinem Leben. Auf seinem Nachttisch liegen vier Bücher, als sollten sie ihn in den Tod und darüber hinaus begleiten: Oben auf Prousts „Im Schatten junger Mädchenblüte“, darunter Claude Simons „Das Gras“, dann Robert Walsers „Jakob von Gunten“ und schließlich ganz unten die Bibel als Fundament nicht nur des geistigen Lebens, sondern auch der Literatur und der Kunst. Baur berichtet daher auch davon, wie er mit seiner Frau Katharina einst nach Israel quasi zu den Quellen des Heiligen Buches gereist ist. Als Baur am frühen Morgen seinen letzten Atemzug tut, hört es auf zu schneien.

Handlungsorte

»Reisen ist die harmlosere Form der Utopie.«
Wolfgang Büscher

Buchdetails

Handlungsorte
Niederbipp, Venedig, Israel (allg.), Jerusalem, Eilat, Negev-Wüste
Buchdaten
Titel: Die Ballade vom Schneien
Kategorie: Roman / Erzählung von 1985
Eingabe: 12.03.2023


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