Sturz in die Sonne

Die Idee zu diesem Roman kam dem französischsprachigen, aus Lausanne stammenden Autor C.F. Ramuz (1878-1947), als während eines extrem heißen Sommers am 28. Juli 1921 in Genf mit 38,3° ein Hitzerekord gemessen wurde. – Wissenschaftler entdecken, dass die Erde wegen einer Störung im Gravitationssystem innerhalb kurzer Zeit in die Sonne stürzen wird: „Es wird immer heisser werden, und schnell wird alles sterben.“ Die Menschen wollen dies zunächst nicht glauben und freuen sich über das schöne Wetter. Aber dann wird ihnen klar, dass es vor der extremen Hitze kein Entkommen gibt. Die Freude schlägt in Angst und Panik um, als Bäume verdorren, Gletscher schmelzen und die soziale Ordnung zu zerfallen beginnt… - Zum hundertjährigen Jubiläum des Romans erschien im Genfer Verlag Éditions Zoé eine kommentierte Taschenbuchausgabe. Ein Jahr später gab der schweizer Limmat Verlag erstmals eine deutsche Übersetzung heraus und verkündete dazu: „1922, als der Roman erstmals erschien, wusste C. F. Ramuz noch nichts von der Bedrohung der globalen Erwärmung, der wir heute gegenüberstehen. Doch das düstere Bild, das er in diesem visionären Text in seiner einzigartig verdichteten Sprache zeichnet, liest sich wie eine Prophezeiung.“ Der Verlag versucht also, den Verkauf des Buches durch Behauptung einer angeblichen Relevanz für die heutige Situation der Klimakrise zu fördern. Deshalb hat man auch nicht den Originaltitel („Présence de la mort“ = Gegenwart des Todes: Es geht um die Frage, wie sich der Mensch angesichts des baldigen Todes verhält.) verwendet. Insofern ist die Aussage „Die wuchtige Dystopie erscheint in tadelloser deutscher Erstübersetzung.“ (NZZ am Sonntag) irreführend. Ungeachtet dessen ist das Buch sehr zu empfehlen.

Handlungsorte

»Der beste Film ist immer noch der,
der im Kopf des Lesers abläuft.«

Carlos Ruiz Zafón

Buchdetails

Handlungsorte
Lausanne, Genfer See, Savoyen (allg.), Lavaux, Lac de Bret, Rhone (Fluss), Grande Eau (Fluss)
Buchdaten
Titel: Sturz in die Sonne
Kategorie: Roman / Erzählung von 1922
LeserIn: Faun
Eingabe: 23.06.2023


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