Päpstin Johanna

Der griechische Autor, Literatur- und Kulturkritiker Emmanuil Roidis (1836-1904) beendete 1866 seinen ersten Roman, eine Satire über den Klerus der westlichen Kirche im frühen Mittelalter. Das Buch löste einen großen Protest der orthodoxen griechischen Kirche aus und landete auf dem Index verbotener Bücher des Vatikans, was aber den Erfolg und zahlreiche griechische Neuauflagen nicht verhindern konnte. 1879 erschien die erste deutsche Übersetzung. - Im Jahr 818 wird Johanna als Tochter eines in der Sachsenmission tätigen englischen Priesters und dessen Frau Jutta in Deutschland geboren. Früh verliert sie Vater und Mutter und flüchtet in ein Frauenkloster. Dort lernt sie den Mönch Frumentius kennen, der sie dazu überredet, ihn als Mann verkleidet in sein Kloster in Fulda zu begleiten. Aus Angst vor Entdeckung fliehen sie jedoch aus Fulda über die Schweiz und Frankreich nach Griechenland. Nach acht Jahren bricht Johanna von dort alleine auf nach Rom, wo ihr am Hof des Papstes Leo IV. ein spektakulärer Aufstieg gelingt, an dessen Ende die Krönung zum Papst steht. Als sie sich aber in einen jungen Mönch aus ihrem Gefolge verliebt, nimmt das Schicksal seinen fatalen Lauf... - Heute kann man nur noch bedingt von einem „historischen“ Roman sprechen, denn aus Sicht der aktuellen Geschichtswissenschaft besteht kein Zweifel mehr daran, dass es niemals eine Päpstin Johanna gab. Dies kann den Spaß an der Lektüre dieses satirischen Romans aber kein bisschen einschränken.

Handlungsorte

»Umwege erweitern die Ortskenntnis.«
Kurt Tucholsky

Buchdetails

Handlungsorte
Rom, Athen, Ostia, Yarmouth, Westfalen (allg.), Aachen, Mosbach, Fulda, Mainz, Schweiz (allg.), Lyon, Arles, Toulouse, Mittelmeer (allg.), Griechenland (allg.)
Buchdaten
Titel: Päpstin Johanna
Kategorie: Historischer Roman von 1866
LeserIn: Faun
Eingabe: 08.01.2024


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