Klassenliebe

Die Autorin Karin Struck (1947-2006), Mitbegründerin der literarischen Stilrichtung „Neue Subjektivität“, stammte aus einer Bauernfamilie, die 1953 wegen der Kollektivierung der Landwirtschaft aus der DDR in die Bundesrepublik floh. Sie wuchs im ostwestfälischen Schloß Holte-Stukenbrock auf und machte 1966 in Bielefeld Abitur, anschließend Studium der Romanistik, Germanistik und Psychologie in Bochum, Bonn und Düsseldorf. Ihre erste Ehe wurde 1973 geschieden, als sie eine Beziehung mit dem Dichter Arnfrid Astel hatte. – All das verarbeitete Karin Struck in dem autobiographischen Roman „Klassenliebe“, eigentlich eher eine Art Tagebuch, mit den Datierungen 16. Mai bis 25. August 1972, das besser den Titel „Die Leiden der jungen Karin“ tragen sollte: „In Werthers Leiden geblättert. Die früher angestrichenen Stellen nachgelesen. Wie schwach das Buch ist gegen mein Leiden.“ Sie hadert mit der sozialen und familiären Abstammung („Kann ich meinen Vater abschütteln und meine Herkunft trotzdem nicht verraten?“ und ihrer Ehe sowie der Affäre mit einem gewissen Z. (wohl Arnfrid Astel), mit der Arbeit in einer Fabrik, den bedrückenden sozialen Verhältnissen, einer eventuellen Abtreibung und einer schließlich aufgegebenen Doktorarbeit, schmiedet laufend Selbstmordpläne. „…ich bin kaputt, alles reproduziert sich unendlich, wir können es nicht durchbrechen, weil >>die ganze Gesellschaft<< krank ist. Ausweg: Selbstmord. Aus-weg. Aus-weg.“ Häufig wird auf Kafka angespielt, daneben auch auf Proust und Joyce, von deren Niveau dieser depressive Text jedoch mehrere Klassen entfernt ist.

Handlungsorte

»Man vertraut einer Landschaft wie einem Freund.«
Thomas Hettche

Buchdetails

Handlungsorte
Frankfurt am Main, Neu-Anspach, Haltern am See, Schloß Holte-Stukenbrock, Bielefeld, Groß Kiesow, Olpe, Oerlinghausen
Buchdaten
Titel: Klassenliebe
AutorIn: Struck, Karin
Kategorie: Roman / Erzählung von 1973
LeserIn: Faun
Eingabe: 16.02.2026


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