Easygoing

Jenny Jägerfeld (1974 geboren) arbeitet als Schriftstellerin, Journalistin und Lektorin für Fachbücher und Zeitschriften sowie als Psychologin in Stockholm. Sie erhielt diverse Preise für ihre Bücher, z.B. für ihren ersten Roman, „Der Schmerz, die Zukunft, meine Irrtümer und ich“ (2014), den LUCHS und den Augustpreis, die wichtigste literarische Auszeichnung Schwedens. 2017 wurde ihr der schwedische Astrid-Lindgren-Preis verliehen und 2018 für ihren Roman „Comedy queen“ der Kinderbuchpreis von Sveriges Radio. - Ihr zweiter Roman heiß vollständig „Ich bin so verdammt easy going“, was der Hanser Verlag auf „Easygoing“ verkürzt hat. Hauptfigur und Ich-Erzählerin ist Joanna, eine 18jährige Schülerin mit ADHS. Als wäre das noch nicht schlimm genug, lebt sie auch in prekären Verhältnissen, denn ihr Vater ist schwer depressiv, sitzt den ganzen Tag apathisch vor der Glotze und schaut Quizsendungen, und ihre Mutter hat vor längerer Zeit mal ein erfolgreiches Buch geschrieben, verdient aber seit dem kaum noch Geld. Das muss Joanna selbst erledigen, insbesondere durch den Verkauf abgelaufener Kondome in ihrer Schule, die sie von ihrem „Fuckbuddy“ Matheus geschenkt bekommt. Vor dieser „festen Beziehung“ hat sie wild in der Gegend herumgevögelt, jetzt ist sie aber heimlich in die supercoole Audrey (sieht so göttlich aus wie die Hepburn beim Frühstück) verliebt, die sie vom Deutschunterricht her kennt. Als Joanna einen Nervenzusammenbruch hat, weil ihre Retalin Tabletten wegen des Geldmangels dramatisch zur Neige gehen, wird sie von Audrey „gerettet“, mit anschließendem heftigen (explizit beschriebenem) Sex in deren Kinderzimmer. Um an das Geld für die Tabletten zu kommen, klaut Joanna bei einem Drogendeal, von dem sie zufällig erfährt, sowohl die Drogen als auch das Drogengeld. Von dem Geld kauft sie neue Tabletten, die Drogen nutzt Audrey, um mit Joanna den ersten Joint zusammen zu rauchen. Überhaupt wird in dem Buch andauernd von allen geraucht, wenn auch ansonsten nur Zigaretten. Der kleinkriminelle Drogendealer namens Valle findet das natürlich nicht lustig und haut Joanna die Nase blutig, aber dann wird seine Freundin (Aisha, mit Migrationshintergrund) schwanger, weil Valle eins der abgelaufenen Kondome benutzt hat, welches ihm Joanna zuvor verkauft hatte. Außerdem hat Valle mit Joanna dieselbe Grundschule besucht, auch das verbindet. Schließlich einigt man sich auf eine ratenweise Rückzahlung des geklauten Drogengelds und alles löst sich in Wohlgefallen auf… - Der Roman wurde 2022 in Schweden verfilmt („So Damn Easy Going“), ohne der drastischen Sprache und Handlung sowie den vielfältigen Feuchtgebieten gerecht zu werden, es wurde eine Art Inga Lindström-Filter darübergelegt. Die Lektüre dieses „Jugendbuches“ wird ab 14 Jahren empfohlen.

Handlungsorte

»Man vertraut einer Landschaft wie einem Freund.«
Thomas Hettche

Buchdetails

Handlungsorte
Stockholm
Buchdaten
Titel: Easygoing
Kategorie: Jugendbuch von 2013
LeserIn: Faun
Eingabe: 30.03.2026


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