Aufruhr der Kinder
Der deutschsprachige Autor Arnold Ulitz (1888-1971) wurde in Breslau geboren, wo er Germanistik, Anglistik und Romanistik studiert und 1913–1933 neben seiner Tätigkeit als Studienrat (u.a.) historische Romane sowie Novellen und Gedichte schrieb. Nach seinem Romandebüt „Ararat" (1920) galt er als großes Talent und wurde den Spät-Expressionisten zugerechnet. Ende der Zwanzigerjahre waren seine Novellen in Anthologien zusammen mit Werken von Alfred Döblin, Hermann Hesse, Heinrich Mann, Robert Musil, Jakob Wassermann, Franz Werfel und Stefan Zweig zu finden. Da er sich nach eigenen Kriegserlebnissen im Ersten Weltkrieg in seinen Schriften gegen den Krieg aussprach, wurden kamen einige seiner Werke bereits 1933 auf die nationalsozialistische Liste der zu verbrennenden Bücher. Andererseits wurden nationalistische, von ihm nach dem Ersten Weltkrieg geschriebene „Blut-und-Boden"-Erzählungen im Zweiten Weltkrieg deutschen Soldaten zu Propaganda- und Kriegsertüchtigungszwecken ins Feld geschickt. - Im Mittelpunkt des nach „Ararat" wohl erfolgreichsten Romans „Aufruhr der Kinder" steht das Brüderpaar Ulrich und Peter Berger, das von der alleinerziehenden Mutter in ein Waisenhaus abgeschoben wird. Dort erleben sie das Grauen: „Alles war Ordnung ... Alles war Gesetz. Alles war furchtbar." Die Leiter des primitiv eingerichteten Kinderheims, die „Frau Mutter" und der „Herr Vater", behandeln die Kinder denkbar schlecht, Prügel und andere Demütigungen sind an der Tagesordnung. Zwischen den Kindern selbst herrscht ebenfalls ein äußerst roher Umgangston, schwächere Kinder werden gemobbt, verspottet und verprügelt. Unter heftigem Leidensdruck schmiedet Peter Berger einen Plan, die Heimeltern zu ermorden. Er gründet den Geheimbund der „Morkianer" und besorgt sich heimlich ein Messer. Als der seit kurzer Zeit aus dem Kinderheim entlassene und inzwischen kriminell gewordene Hermanek wieder auftaucht, soll der Doppelmord ausgeführt werden. Doch bevor es zur eigentlichen Tat kommt, hängt sich eines der Opfer auf und einer der Mitwisser „geht ins Wasser".... – Ein ergreifender, sprachlich ungewöhnlicher Roman.Handlungsorte
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