Beinahe ein Vorzugsschüler
Max Brod floh 1939 nach Palästina, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1968 in Tel Aviv arbeitete und lebte. Dort beginnt auch dieser eher kurze, stark autobiographisch geprägte Roman: Während des Ersten Arabisch-Israelischen Krieges (1948/49) berichtet der Ich-Erzähler (Max Brod selbst) von seinem Leben in der sich unter Beschuss befindlichen Stadt („zwischen Leben und Tod") und von den Erinnerungen an sein vorheriges Leben in Prag. Dazu gehört insbesondere die Gymnasialzeit zum Ende des 19. Jahrhunderts hin und damit die Freundschaft mit dem seelenverwandten Schulkameraden und „Beinahe-Vorzugsschüler" Viktor Freud, dem „guten Freund, den sanften, edlen Menschen, der immer im Schatten stand", der später nach Theresienstadt deportiert und in Auschwitz ermordet wird. Was zunächst wie ein anekdotenhafter, schwelgerischer Rückblick auf die gute alte Zeit der Habsburger Monarchie daherkommt, entwickelt sich bald zu einem zugespitzten Drama, in dem die kurz vor der Hochschulreife stehenden jungen Männer auf moralische Proben gestellt werden und antisemitische Tendenzen bereits deutlich zu Tage treten.Handlungsorte
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