Die Herrin von Wildfell Hall

Anne Brontë (1820-1849), die jüngere Schwester von Charlotte und Emily, schrieb zwei Romane, jeweils unter dem Pseudonym Acton Bell. Im zweiten und deutlich umfangreicheren davon, „The Tenant of Wildfell Hall“ (rd. 600 Seiten), heiratet die junge Helen Graham in den 1820er Jahren den falschen Mann. Dieser erweist sich schon bald nach der Hochzeit als Trinker und Frauenheld, der Helen schlecht behandelt und Unterwürfigkeit erwartet. Helen lehnt sich gegen ihren Mann auf und trennt sich schließlich von ihm. Mit ihrem kleinen Sohn und einer getreuen Bediensteten zieht sie sich auf einen einsam gelegenen, aber heruntergekommenen Landsitz (Wildfell Hall) ihrer Familie zurück und lebt dort in prekären Verhältnissen. In der Nachbarschaft wohnt die Familie Markham, welche die geheimnisvolle und attraktive Fremde kennlernen will, insbesondere der Lieblingssohn Gilbert Markham… - Anne Brontes Roman gilt als eines der ersten feministischen Werke ihrer Zeit, in dem sich eine selbstbewusste junge Frau emanzipiert und damit gegen die gesellschaftlichen Konventionen auflehnt. Bis zur Verabschiedung des „Married Women’s Property Act“ im Jahr 1870 war es nämlich verheirateten Frauen gesetzlich verboten, Eigentum zu besitzen, die Scheidung einzureichen oder das Sorgerecht für ihre Kinder zu erhalten. Sprachlich steht sie dabei den bekannteren Romanen ihrer beiden Schwestern in nichts nach. North Yorkshire wird als Handlungsort im Buch zwar nicht explizit erwähnt, doch aus den Beschreibungen der Örtlichkeiten im Roman wird geschlossen, dass die Handlung im Wesentlichen zwischen Scarborough und Whitby, am Rand der Moore North Yorkshires, spielt.

Handlungsorte

»Man vertraut einer Landschaft wie einem Freund.«
Thomas Hettche

Buchdetails

Handlungsorte
North Yorkshire, London
Buchdaten
Titel: Die Herrin von Wildfell Hall
AutorIn: Brontë, Anne
Kategorie: Roman / Erzählung von 1848
LeserIn: Faun
Eingabe: 06.11.2026


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