Geschichten aus dem Bürgerkrieg

Der amerikanische Bürgerkrieg (1861-1865) hat Ambrose Bierce entscheidend geprägt. Er war Teilnehmer und damit Zeuge eines der ersten modernen Kriege des Industriezeitalters. Lakonisch, aber nicht gleichgültig berichtet er von seinen schrecklichen Erlebnissen. Die Erzählungen zeigen prägnant, welche seelischen Zerstörungen die totale Gewalt auf den Einzelnen ausübt.

Handlungsorte

»Lesen heißt, wandern gehen in ferne Welten.«
Jean Paul

Buchdetails

Handlungsorte
USA (allg.), Alabama (State), Georgia (State), Tennessee (State), Virginia (State), Kentucky (allg.), Carthage, Resaca, Nashville, Kennesaw Mountains, Cheat Mountain, Readyville
Buchdaten
Titel: Geschichten aus dem Bürgerkrieg
Kategorie: Roman / Erzählung von 1891
LeserIn: Faun
Eingabe: 16.03.2015
Kurzbeschreibung
Der amerikanische Schriftsteller Ambrose Bierce (1842-1914) war kein Freund langer Worte. In seiner scharfzüngigen Aphorismensammlung Des Teufels Wörterbuch (1881-1906) wird deshalb der Roman als "wattierte Kurzgeschichte" deklassiert. "Die Kunst des Romans ist überall ausgestorben", heißt es dort weiter: "Friede ihrer Asche -- die sich bisweilen prächtig verkauft".

Dementsprechend schrieb Bierce selbst nur relativ kurze, dafür aber umso prägnantere Texte, die ihren Verfasser ausweisen als Meister pointiertester Prosakunst. Jetzt hat der Haffmans Verlag eine nicht ganz preiswerte, dafür aber umso schöner aufgemachte Sonderausgabe seiner von Gisbert Haefs edierten Werke herausgebracht, die belegt, das die Kurzgeschichten dieses größten Zynikers der amerikanischen Literatur mitunter komprimierte Romane sind. Neben Des Teufels Wörterbuch sind hier alle auf Deutsch erschienenen Horrorgeschichten, Geschichten aus dem Bürgerkrieg und Fantastischen Fabeln versammelt, letztere nicht zuletzt ein ewig gültiges Bestiarium menschlicher Geldgier, Machtsucht und Eitelkeiten. Enthalten ist auch die phantastische Meistererzählung Eine Begegnung auf der Owl-Creek-Brücke mit ihrer atemberaubenden Schlusswendung, die Bierce auf eine Stufe mit Kollegen wie Edgar Allen Poe und Bret Harte stellte und seinen Lesern bereits früh als einen der besten Autoren des Landes empfahl.

Natürlich findet sich in Des Teufels Wörterbuch auch Vernichtendes zum Aphorismus, der hier als "vorverdaute und wiedergekäute Weisheit" erscheint. Und auch die Kurzgeschichte wird als "meist falscher Bericht über meist unwichtige Ereignisse" apostrophiert. Aber auch für diese ironischen Seitenhiebe auf das eigene Werk kann man Bierce nur dankbar sein. Seine weisen und wahren Bücher jedenfalls macht dies nur noch lesenswerter. --Thomas Köster



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