Fiktive Orte

11.12.2006

Die Literatur hat einige fiktive Orte hervorgebracht. 1946 fertigte William Faulkner die Karte seines fiktiven Landkreises "Yoknapatawpha County" an, der Schauplatz mehrerer Kurzgeschichten und Romane ist. Zum Thema "Fiktive Bauten und Städte in der Literatur" gibt es jetzt die Ausstellung in der Pinakothek der Moderne in München.

Faulkners Yoknapatawpha County (Bildquelle)


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Die größten Handlungsorte

28.11.2006

Heute die aktuelle top-ten-List der Handlungsorte:
1. London (136 Titel)
2. New York (115)
3. Berlin (111)
4. Paris (109)
5. Venedig (61)
6. Hamburg (56)
7. Rom (47)
8. Wien (46)
9. München (45)
10. Frankfurt a.M. (36)

Man sieht wohl, dass es ein deutsches Literaturprojekt ist, und trotzdem, die üblichen verdächtigten Orte sind kulturgemäß dabei.


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Worte machen Orte

13.11.2006

"Er war ein Zauberer seiner Zunft und gehörte zu den Autoren, die einem Ort eine bestimmte Magie verleihen, indem sie ihn zum Schauplatz seiner Erzählungen machen. Ein Ort, den ein solcher Autor (...) beschreibt, verliert seine Zauberkraft nie wieder, selbst wenn die Realität das Bild verändert. Bücher haben die Macht, einen ganz gewöhnlichen Ort mit der Aura des Besonderen zu umgeben." Paul Theroux über Robert Louis Stevenson; hier gefunden.
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11 km Sebald

01.11.2006

Es ist eine gute Vorstellung, jetzt den Krummbach entlang zu wandern und sich im Hirschwirt in Unterjoch aufzuwärmen für das nächste, doppelt so weite Wegstück, mit einer Brotsuppe und einem halben Liter Tiroler. Es ist schon sehr konsequent, W.G. Sebald mit einem Wanderweg zu ehren.


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Kafkas erdachtes New York

24.10.2006

Franz Kafka hat nie amerikanischen Boden betreten. Seinem Roman "Amerika" (Text) liegt nur ein literarisches Phantombild New Yorks zugrunde. Entstanden ist ein fiktiver Handlungsort mit realem Namen. Er beschreibt bspw. eine Brücke über dem Hudson, der New York mit Boston verbindet. Es gab Ausgaben, in denen sein Herausgeber und Freund Max Brod diese geographische Unmöglichkeit stillschweigend korrigierte (East River). Aber vielleicht sollte Kafka auch nie selbst in New York gewesen sein, um sie als überhöhte Riesen-Kapitale der modern times beschreiben zu können.


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Die Welt eines Kritikers

20.10.2006

Heute: die Welt aus Sicht des Literaturkritikers: "Landschaft wird erst schön, wenn Dichter sie beschreiben." (Zitat von MRR aus der Dokumentation "Ich, Reich-Ranicki)
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9 Seiten Deutschland

13.10.2006

Heute im Magazin der Süddeutschen Zeitung: Auszüge aus Helmut Kraussers Deutschlandreise vorab.
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Der Regionalkrimi statt Atlas

10.10.2006

Der Regionalkrimi als Ausgangspunkt für Reisen an die Schau(der)plätze wird von S. Hammelehle und T. Lindemann in der Welt am Sonntag vorgestellt. Die beiden Autoren beschreiben die Detailgenauigkeit der Lokalkrimis, die manchmal so präzise sind, dass der Leser keinen Shell-Atlas mehr braucht. Für Phantasie bleibt dann kein Raum mehr übrig.
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Bücherwelten

05.10.2006

Es dreht sich mittlerweile alles um Orientierung, denn wir sind längst angekommen. Auch wenn uns die Tourismusbranche etwas anderes verspricht. Das digitale Reisen mit GoogleEarth ist bequemer als die körperliche Deplazierung. Und dennoch: Wir werden nicht müde, physisch das Paradies zu suchen, das längst verloren gegangen ist. Dabei ist es kein Wagnis mehr, an entfernte Orte zu reisen. Die Entbehrung wie das Risiko sind minimiert und die Erfahrung des Fremdseins folglich reduziert. Deshalb fehlt uns heute die innere Verwandlung auf Reisen. Die Literatur wird wahrscheinlich dann (wieder) eine bedeutende Rolle einnehmen, wenn der imaginäre Raum den geschrumpften Raum ersetzen muss.


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Berlin zum 3. Oktober

03.10.2006

Zum Deutschen Feiertag ein Zitat aus Reinhard Jirgls Roman Abtrünnig, der Menschen im Räderwerk der großen, überwältigenden Stadt Berlin beschreibt: "Das Wesen des Fänomens der-Stadt: Un-Massen toten Steins voll mit überdauerndem, gemaßregeltem, engzusammengedrängtem Fleisch, das gegen den Tod sich zu wehren sucht. Das ist das Knochengerüst zu allen Stadt-Lebens=Mythen." Jirgl scheint dem Großstadtmythos abtrünnig geworden zu sein. In seiner mächtigen Prosa tritt Berlin als Schauplatz gleichgewichtig neben die Figuren und knüpft damit an die Tradition des Großstadtromans im 20. Jahrhundert an.
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Siegfried Lenz

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