Zeugen der Wirklichkeit
12.05.2007
Der Kulturtheoretiker H.-J. Heinrichs - nachdem er einige Handlungsorte der Weltliteratur, z.B. Oran, Honfleur aufzählte:
"Sind die Werke der poetischen Geographie nicht die wahrhaftigeren Zeugen der Wirklichkeit und sind sie nicht genauer als Atlanten und Globen?".
Oran (Algerien), Schauplatz des Romans "Die Pest" von A. Camus. (Bildquelle: Wikipedia.de)
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Wunschbesetzte Orte
09.05.2007
"Damals gab es viele weiße Flecke auf der Erde und wenn ich einen besonders verlockend sah (aber verlockend sind sie alle), legte ich den Finger darauf und sagte: Wenn ich groß bin, gehe ich dorthin."
Joseph Conrad
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Dublin als Held
24.04.2007
Die Stadt Dublin ist der kontinuierliche Held in den Werken von James Joyce. Wie erklärt sich diese zähe Bindung, immerhin verbrachte er 2/3 seines Lebens im freiwilligen Exil (Triest, Zürich, Paris, Rom). Aleida Assman gibt in dem Band drei Antworten: 1. Dublin ist Schauplatz seiner familiären Lebensgeschichte und damit die Stadt seines Erfahrungs- und Wissensschatzes. 2. Joyce ist Exilautor. Er verlies Irland aufgrund seiner Familie, Provinzialismus, Katholizismus & Nationalismus, hat sich aber geistig und emotional keinen Schritt entfernt. Es entstand ein ambivalentes Verhältnis von räumlicher Ferne und emotionaler Nähe. 3. Dublin ist kein Zentrum, wohl aber ein Mikrokosmos, der die Welt im kleinen abbildet. Joyce war der Überzeugung, dass der Weg zum Universalen über das Lokale und Nationale führt. Er sagte einmal: "Was mich anbetrifft, ich schreibe immer über Dublin, denn wenn ich zum Herzen von Dublin vordringen kann, kann ich auch zum Herzen aller Städte der Welt vordringen. Im Besonderen ist das Allgemeine enthalten."
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Alles auf eine Karte
17.04.2007
"In seiner Erzählung Sylvie and Bruno Concluded (1889) lässt Lewis Carroll einen deutschen Professor auftreten, dessen Schilderung zufolge die Kartographen seines Landes mit immer größeren Landkarten experimentieren, bis sie schließlich bei einer Karte im Maßstab 1:1 angelangt waren.
Der Professor fährt fort, dass diese Landkarte noch nie ausgebreitet worden sei, weil die Bauern dagegen protestiert hätten. Denn eine Karte in diesem Maßstab würde das ganze Land bedecken und die Sonne abschirmen.
Daher, so weiter der Professor, würden sie nun die Landschaft selbst als deren eigene Karte benutzen, und dies, versichert er, wäre fast genauso gut." (zitiert nach Astrid Wege)
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Die Eroberung der Wahrheit
27.02.2007
"Hätten meine Eltern mir erlaubt, den Schauplatz eines Buches, das ich las, selber aufzusuchen, so hätte das meiner Meinung nach einen unschätzbaren Fortschritt in der Eroberung der Wahrheit bedeutet."
Marcel Proust in seinem Hauptwerk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit"
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Seelenverwandte Schnüffler
21.02.2007
Eine Seelenverwandtschaft zwischen Touristen und Detektiven liegt nicht direkt auf der Hand. Tobias Gohlis hat sie in einem Zeit-Artikel aber erforscht und stellt fest: "Beiden gemeinsam ist die Neugier. Der Tourist wie der Detektiv sind Schnüffler. Sie stecken die Nase in Angelegenheiten, die sie nichts angehen, und bekommen manchmal dafür eins drauf." Und wer vorsichtig ist, bleibt zu hause und liest.
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50 Jahre Homo Faber
08.02.2007
Einer der Odéon-Kellner, Peter, ein alter Wiener, kannte mich noch, er findet mich unverändert - Professor O. lachte. Er findet es schade, daß ich damals meine Dissertation (über den sog. Maxwellschen Dämon) nicht gemacht habe - Die Odéon-Kokotten wie damals. "Das wissen Sie nicht", lachte er, "daß das Odéon abgerissen wird?" (aus Max Frischs Homo Faber von 1957 - und das Odéon in Zürich anno 2004

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Reklame für Landschaft
30.01.2007
"Jacques Berndorf hat es geschafft, Reklame für die Landschaft der Eifel zu machen. Er machte den Namen der deutschen Mittelgebirgslandschaft bekannter, als es die Touristiker je vermocht hätten." So ist es nachzulesen einem Buch über den Krimiautoren. Und weil die Krimis von Berndorf so sehr mit der Landschaft verbunden sind, gibt es dazu auch den "Eifel Krimi-Führer". Fragt sich nur, wie lange die Eifel braucht, um das Krimiimage auch wieder abzuschütteln.

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HHeimatautor
19.01.2007
"...längerer Spaziergang mit den Freunden an der Elbe lang, an Teufelsbrück vorbei, Othmarschen, den rheumatischen Kastanien im Zugwind (20 schiefe Schultern, kameradschaftlich in Reih und Glied), der Ringelnatztreppe, die Övelgönne runter, Himmelsleiter, Schulberg, Lüdemanns Weg, Neumühlen, Kühlhaus, dann schräg rechts über die Geleise rüber zu den Kaianlagen mit dem offenen Blick aufs illuminierte Lüfterbauwerk Süd, könnte man da nicht fast zum Heimatautor werden?" Peter Rühmkorf (1972)
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Döblins Alexanderplatz 2007
08.01.2007

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