Klimabewußt lesen

30.09.2006

Wir machen (unbezahlte) Werbung: im Wechsel verweisen der Atlas für Handlungsreisen.de und Atmosfair.de aufeinander. Der gemeinsame Nenner ist dabei das emissionsfreie Reisen: Atmosfair bietet einen finanziellen Ausgleich für den flugbedingten CO2-Ausstoß, d.h. je nachdem, wieviel Kohlendioxid bei einem Flug ensteht, wird ein Betrag berechnet, der nach freiwilliger Entrichtung Projekten zugute kommt, die Klimagase fixieren oder einsparen. Das ist eine gute Sache, wie wir finden und wir verweisen gerne darauf. Und Handlungsreisen.de? Beim Reisen mit Büchern werden Klimagase gespart! Bereist man bspw. Havanna literarisch, können Hin- und Rückflug, bzw. 5860 kg CO2 pro LeserIn eingespart werden, oder monitär ausgedrückt: 118 €. Das literarische Reisen kann also Flüge vermeiden oder eben auch viel Geld sparen.
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Handlungsreisen im Abendblatt

28.09.2006

In unserer gestrigen Email zum 2-jährigen Bestehen des Atlanten ist auf wundersame Weise der Link zum Abendblatt-Artikel verloren gegangen. Hier also der Artikel "Literarische Weltreisen im Internet" von Beate Köhne, erschienen am 17. Juni 2006 im Hamburger Abendblatt.


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Sessile Touristin

26.09.2006

"Reisende, die unter Anleitung von Reiseführern exotische Orte aufsuchen, finden in der Fremde nichts als das Erwartete". Ilse Aichinger definiert die Reise dagegen um: "Deshalb ist es mir lieber, immer dieselben Wege zu gehen oder dieselben Strecken zu fahren. Die Qualität der Entdeckungen wächst, bringt Ruhe und neue Aufbruchsmöglichkeiten". Als erfahrene sessile Touristin genügen ihr kleinste Impulse wie Prospekte, Zeitungsartikel oder Sätze von Kaffeehausgästen, um auf Fahrt zu kommen. Und so hat sie ihre Unglaubwürdigen Reisen im Kaffeehaus sitzend unternommen und entführt in 51 Texten in alle Himmelsrichtungen und Distanzen (S. Fischer Verlag, 2005).
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Spuren der Autoren

19.09.2006

Wo genau in Paris schuf Baudelaire seine "künstlichen Paradiese"? Wo war sein Stammplatz in den Pariser Cafés? In welcher Mansarde verschlang Diderot Unmengen von Büchern und in welchen verruchten Vierteln recherchierte Zola für seinen Roman "Nana"? Diese Fragen und viele mehr über Wirkungsstätten von Autoren beantwortet das kleine, feine Buch „Literarisches Paris“. Der Verlag Jena 1800 hat 18 weitere Orte literarisch untersucht und kartographiert.


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Literatur, die mobilisiert

14.09.2006

Wie Literatur Werbung für einen Ort machen kann, beschreibt John von Düffel in seiner kleinen Erzählung "Hotel Angst". Das Hotel steht in Bordighera an der italienischen Rivieraküste. Gebaut wurde es 1887 von Adolf Angst, der den Einfluß der Literatur auf das Reiseverhalten richtig eingeschätzt hatte. Chevaliers Giovanni Ruffini hatte zu der Zeit mit seinem Roman "Il Dottor Antonio" die Engländer derart sinnlich erregt, dass sie sehnsuchtsvoll mit dem Buch im Gepäck in Richtung Reviera aufbrachen. Das Hotel waren ein voller Erfolg, wie das Buch. Dieses Phänomen war allerdings nicht von langer Dauer - das Hotel mußte geschlossen werden und verfällt. Wenn man das Hotel wiederbeleben möchte, müßte man doch eigentlich nur den Roman wieder drucken lassen, aber John von Düffel hat eine andere Idee.

Das Hotel Angst heute (Quelle: www.bordighera.it)


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Genius Loci auf Island

08.09.2006

Botho Strauß Roman "Paare, Passanten" handelt u.a. auf Island. Der Handlungsort heißt Akureyri, liegt im Norden der Insel und hat gerade mal knapp 17tausend Einwohner. Aber in diesem kleinen Ort sind auch noch zwei weitere Romane verortet. Es stellt sich daher die Frage, ob dieser Ort einen Genius Loci besitzt, also eine besondere Atmosphäre oder Ausstrahlung, die ihm einen einzigartigen Charakter verleiht. Es gibt diese Orte. Ihnen scheint ein besonderer "Geist" inne zu wohnen. Und häufig animiert der Genius Loci auch zum Schreiben.
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Fingerreisen.de

06.09.2006

Daniel Kehlmann beschreibt in einem Essay (du762) den Fingerreisenden, also denjenigen, der auf Karten und Globen mit dem Zeigefinger und Lupe durch den Hindukusch oder die Savannen Afrikas streunt. Der Zauber der Karten funktioniert nämlich nur fern von dem, was sie abbilden: "Eine Sehnsucht, genährt aus dem Wohlklang der Vokale, einer vagen Vorstellung von Entfernung und dem wohligen Schauer, mit dem man sich die Strapaze vergegenwärtigt, die man auf sich nehmen müsste, um den Ort aufzusuchen." Der Artikel sei allen Handlungsreisen.den ans Herz gelegt, die diesen Zauber kennen.
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Satt gelesen

28.08.2006

"Ein Mensch holt sich für die bezweckte Fahrt in die Ferien viel Prospekte, die, was verdächtig, unentgeltlich in reichster Auswahl sind erhältlich und die in Worten wie in Bildern den Reiz jedweder Gegend schildern. Begeisternd sind die Pensione, in denen nette Menschen wohnen. Ganz herrlich sind die Alpentäler, wo preiswert Bett und Mittagsmähler. Doch würdig reifer Überlegung ist auch am Meere die Verpflegung. Es fragt sich nuir, ob Ost-, ob Nord-? Und schließlich, wie wär es an Bord? Nicht zu verachten bei den Schiffen der Lockruf: "Alles inbegriffen!" Der Mensch, an sich nicht leicht entschlossen, hat lesend schon genug genossen und bleibt von tausend Bildern satt, vergnügt in seiner Heimatstadt." Eugen Roth (1895-1976)
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Antipodenlektüre

25.08.2006

Im SZ-Magazin steht heute ein makelloser Grundsatz: Je weiter sich der erzählte Stoff einer Urlaubslektüre zeitlich und räumlich von den Umständen des Lesens entfernt, desto mehr lohnt er sich. Beispielsweise, so der Autor A. Bernhard weiter, werden die Bilder der schneebedeckten Felder in "Anna Karenina" unter der Sonne Südfrankreichs besonders eindringlich. Diesem Gedanken folgend, müßte der Atlas für Handlungsreisen.de diejenigen Buchtitel anzeigen, die möglichst weit weg sind, also rund 20.037 km. Vorerst hilft aber auch eine Antipodenkarte.


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Reisefieber

23.08.2006

"Alles Unglück der Menschen rührt davon her, dass sie nicht in Ruhe im Zimmer bleiben können." Blaise Pascal. Zur Senkung des Reisefiebers empfehle ich dann das Lesen von Büchern, die von der Fremde erzählen. Keine gute Vorstellung für die Tourismus-Industrie, wohl aber für Verlage.


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»Bücher sind fliegende Teppiche
ins Reich der Phantasie.«

James Daniel

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